Wie aus einer Dorfidee ein bundesweit einzigartiges Projekt wurde
Wer heute das HUB Erle betritt, erlebt einen modernen Treffpunkt mit Gastronomie, Veranstaltungsräumen und Dorfplatz. Was viele Besucher nicht wissen: Hinter dem Gebäude steht eine Entstehungsgeschichte, die in dieser Form bundesweit ihresgleichen sucht. Das HUB gilt als eines der größten genossenschaftlich getragenen Dorfprojekte dieser Art in Deutschland.
Am Anfang stand eine einfache, aber folgenreiche Frage. Was passiert mit Erle, wenn die letzte Dorfkneipe schließt? Als sich abzeichnete, dass das Traditionshaus Brömmel-Wilms keinen Nachfolger finden würde, wurde schnell klar, dass mehr auf dem Spiel stand als nur ein Gastronomiebetrieb. In ländlichen Orten sind solche Häuser Treffpunkt, Informationsbörse und sozialer Mittelpunkt zugleich.
Die ersten Ideen entstanden bei Gesprächen an der Theke, auf Schützenfesten und in Vereinen. Bald reifte der Entschluss, nicht nur eine neue Gaststätte zu schaffen, sondern einen zukunftsfähigen Ort für Begegnung. Die Lösung fand sich in einer Bürgergenossenschaft. Mehr als 2.000 Menschen beteiligten sich mit Anteilen und machten das Projekt zu ihrer eigenen Sache. Dieses breite Engagement und die investierte Summe gelten in dieser Größenordnung als bundesweit einmalig.
Ein entscheidender Schritt war die Bereitstellung eines zentralen Grundstücks durch die Familie Böckenhoff. Dort, wo einst Scheune und Stall standen, entstand ein neuer Dorfplatz mit einem multifunktionalen Gebäude. Die Planung zog sich über mehrere Jahre, unterbrochen von Pandemie, steigenden Baukosten und Finanzierungsfragen. Dennoch hielt die Gemeinschaft am Ziel fest und sammelte weiteres Kapital, um den Bau zu ermöglichen.
Von Anfang an war klar, dass das HUB mehr sein muss als eine Kneipe. Es sollte Gastronomie, Veranstaltungen, Tourismus und Vereinsleben verbinden. Heute finden hier Familienfeiern, Stammtische, Meetings und kulturelle Veranstaltungen statt. Gleichzeitig dient das Haus als Anlaufpunkt für Radfahrer, Wanderer und Besucher der Region.
Das HUB Erle steht damit für eine neue Form der Dorfentwicklung und hat Modellcharakter für andere Orte in Deutschland. Es zeigt, dass Gemeinschaft, Mut zu neuen Konzepten und lokale Identität zusammenwirken können. Für auswärtige Gäste ist es ein Ort der Gastfreundschaft. Für die Menschen vor Ort ist es weit mehr. Es ist ihr gemeinsames Werk und ein Symbol dafür, dass Zukunft im ländlichen Raum aktiv gestaltet werden kann.